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Sommerekzem bei Pferden: Tipps & Futter

Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion von Haut und Fell. Die meist rassetypischen Leiden werden durch Stiche von Insekten hervorgerufen und unterscheiden sich in der Schwere je nach Pferderasse.

Diese Pferdekrankheit zeigt sich, wie der Name schon sagt, in der warmen Jahreszeit, wenn bestimmte Mückenarten aktiv werden. Besonders Kriebelmücken, Gnitzen und Culex Stechmücken lösen bei empfindlichen Pferden die typischen Symptome des Sommerekzems aus.

Im folgenden Beitrag stellen wir Tipps vor, wie Sie die Symptome erkennen, welche Hilfemaßnahmen helfen und Futteranpassungen empfehlenswert sind.

Abhilfe bei Sommerekzem

Pferde die an Sommerekzem leiden, haben es wirklich nicht leicht und werden von Fliegen geplagt. Dabei sind Fell und Haut besonderen Belastungen ausgesetzt, die mit dem Futter gelindert werden können. Ebenfalls helfen können Pferdedecken für beanspruchte Stellen.

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Welche Pferde sind anfällig?

Wie hoch der Prozentsatz der Pferde ist, die am Sommerekzem erkranken, hängt stark von der Rasse ab.

  • Bei importierten Isländern können Sie davon ausgehen, dass drei von vier Pferden hierzulande unter dem Sommerekzem leiden werden, obwohl die gleichen Pferde in ihrer Heimat Island nicht häufiger erkranken als andere Pferderassen hier.
  • Ebenfalls sehr anfällig für das Sommerekzem sind Haflinger, Friesen, Criollos und Norweger. Bei vielen anderen Pferderassen stellen die genannten Stechmückenarten im Sommer kein großes Problem dar.
  • Eine weitere Rolle können beim Sommerekzem Fütterungsfehler, Bewegungsmangel und die Haltung spielen.

Symptome beim Sommerekzem

Sommerekzem tritt besonders an Stellen auf, an denen die Haare senkrecht stehen, wie an der Schweifrübe, am Mähnenkamm oder der Bauchnaht.

  • Zuerst sind meistens nur kleine Pusteln zu sehen. Untersuchen Sie dabei am besten die oben genannten Stellen.
  • Pferde mit der Neigung zum Sommerekzem reagieren auf die Stiche mit starkem Juckreiz und beginnen dann sich zu scheuern und zu wälzen, um dem Juckreiz Herr zu werden.
  • Dadurch wird das Fell abgescheuert und oft auch die Haut verletzt. Es kommt so zu blutenden und eiternden Hautbereichen. Diese Stellen sind sehr schnell zu erkennen, bei der Pferdepflege können Sie diese eigentlich nicht übersehen.
  • Wenn dieser Zustand erreicht ist, beginnt ein regelrechter Teufelskreis, denn diese offenen Hautbereiche ziehen weitere Insekten an.

Vorbeugung und Behandlung

Ganz in den Griff lässt sich das Problem nicht ganz bekommen. Denn Stechmücken können nicht komplett vom Pferd ferngehalten werden. Dennoch können Sie mit den folgenden Maßnahmen eine Linderung erreichen.

  • Hilfe beim Sommerekzem können sogenannte Ekzemerdecken bringen. Das sind sommerlich leichte Decken, die den gesamten Pferdekörper schützen. Einige Pferdehalter sind der Meinung, dass diese Decken besonders wirkungsvoll sind, wenn sie ein Zebramuster haben. Dieses Muster soll die Insekten irritiert. Darüber gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen.
  • Andere Hilfen sind Salben, mit denen die offenen Hautstellen behandelt werden.
  • Insektenabwehrende Sprays wirken meistens nur kurzfristig und helfen wenig. Viele halten die lästigen Plagegeister nur eine Stunden lang ab, andere bis zu drei Stunden, was bei einem Ekzemer aber zu wenig ist.
  • Sehr empfindliche Pferde profitieren davon, auch im Sommer nachts aufgestallt zu werden und nur tagsüber auf die Weide gelassen zu werden, weil die Stechmücken dann weniger aktiv sind und in Stallungen nicht so oft anzutreffen wie draußen.
  • Für Pferde mit starker Ekzemneigung kann es Sinn machen, einen Aufenthaltsort auszuwählen, bei dem möglichst kein Gewässer in unmittelbarer Nähe ist, denn in den Nähe von Gewässern halten sich Stechmücken erfahrungsgemäß am liebsten auf.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt beim Sommerekzem ist es, das Immunsystem zu beruhigen. Erfahrungsgemäß hilft viel Bewegung gegen die Neigung zum Sommerekzem, denn Pferde mit Bewegungsmangel erkranken häufiger daran.
  • Ein weiterer Aspekt ist die Fütterung. Der Mangel an bestimmten Vitaminen wie Karotin und Biotin, Zinkmangel oder ein Eiweißüberschuss im Futter begünstigen ganz allgemein die Neigung zu Hautkrankheiten und so auch das Sommerekzem.
  • Zudem gibt es Futtermittel, die Insekten in stärkerem Maße abhalten. Die Erfahrungen damit sind unterschiedlich und jeder sollte eigene Erfahrungen damit sammeln. Möglicherweise helfen diese Pflanzen gegen Stechmücken: Schwarzkümmel, Neem, Teebaum sowie Zitronell.

Anpassung der Fütterung

Pferden, die an Sommerekzem leiden, kann auch durch eine Futteranpassung geholfen werden.

  • Bei vielen der Ekzemer liegt eine Schwäche des Eiweiß-Stoffwechsels vor. Daher sollten sie nicht mit zu viel Eiweißhaltigem Futter gefüttert werden.
  • Der Weidegang ist im Sommer einzuschränken und kann etwa auf 3 Stunden begrenzt werden, denn frisches Gras enthält viel Eiweiß
  • Stattdessen sollte den Tieren in einem Auslauf qualitativ hochwertiges Heu unbegrenzt zur Verfügung gestellt werden.
  • Beim Zusatzfutter sollten Sie darauf achten, für Ihren Ekzemer ein Müsli auszuwählen, das ebenfalls eiweißarm ist. Es ist gut, wenn darin Bierhefe enthalten ist, denn Bierhefe enthält den gesamten Vitamin-B-Komplex, der wichtig für gesunde Haut ist und das Immunsystem regulieren hilft.
  • Zink und Kupfer sowie Mangan sollten auch darin enthalten sein, denn diese Spurenelemente schützen die Haut.
  • Auch Biotin und Karotin, das der Pflanzenfresser Pferd zu Vitamin A umwandelt, sind gut für den Schutz der Haut.
  • Zudem sind Omega-3-Fettsäuren empfehlenswert, da sie eine Überreaktion des Immunsystems vorbeugen können.

Die meisten Hersteller von Pferdefutter bieten heute bereits eine speziell für Pferde mit Sommerekzem abgestimmte Müslimischung in ihrem Sortiment an. Welche Ihrem eigenen Pferd davon am besten bekommt, müssen Sie selbst herausfinden. Das kann von Pferd zu Pferd verschieden sein. Besonders für Isländer bieten auch diverse Hersteller besondere Müslimischungen an, die zum Teil auch Bestandteile der Flora aus der Heimat der Tiere enthalten.

Futtermenge

Von der Menge her brauchen Ekzemer unter normalen Umständen und Haltungsbedingungen etwa diese Mengen:

  • 200 g Ekzemermüsli pro 100 kg Pferd. Bei einem Pferd mit einem Gewicht von 500 kg wäre das 1 Kilogramm von dieser Müslimischung.
  • Dieses Müsli sollte nach Möglichkeit 2 x täglich, also morgens und abends gefüttert werden.
  • Gut kann es auch sein, zusätzlich noch eine kleine Menge Schwarzkümmelöl über das Futter zu geben.
  • Auch Karotin ist wertvoll und sollte im Futterplan enthalten sein. 1 Kilogramm (für ein ausgewachsenes Pferd) am Tag sollte dem Pferd ebenfalls gut tun.

Individuelle Anpassung

  • Generell genügen ungefähr 200 g Zusatzfutter plus einige Karotten am Tag pro 100 kg Pferdegewicht als Ergänzung zum begrenzten Weidegang plus Heu ad libidum.
  • Wenn das Pferd als Sportpferd genutzt wird, trächtig ist oder gerade ein Fohlen säugt, muss sein Bedarf unbedingt angepasst werden. Die sportliche Leistung und die besonderen Aspekte in der Pferdezucht sind dann dabei zu berücksichtigen.
  • Besonders Isländer haben eine wesentlich höhere Neigung zum Sommerekzem als alle anderen Pferderassen. Für sie bieten deshalb viele Hersteller spezielle Futtermischungen an, die extra auf diese Rasse zugeschnitten worden sind.
  • Auch wenn die Qualität des Heus einmal schlecht ist, kann es möglich sein, dass ein Pferd einen Zusatzbedarf an Vitalstoffen, also Vitaminen und Mineralstoffen hat. In diesem Fall helfen oft Konzentrate, die so einen Mangel ausgleichen können. Die meisten guten Hersteller von Pferdefutter haben derartige Konzentrate im Angebot.
  • Auch ältere Pferde können einerseits einen niedrigeren Bedarf an Futter allgemein, aber deshalb gerade einen erhöhten Bedarf an Vitalstoffen haben. Ihr Müsli sollte nährstoffarm, aber reich an Vitalstoffen sein und im Falle der Neigung zum Sommerekzem besonders viele der oben genannten Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Fettsäuren enthalten.
  • Fohlen brauchen nach der Trennung von der Mutterstute besonders viel Calcium und bei Neigung zum Sommerekzem zusätzlich ein spezielles Fohlenfutter.

Beispiel Futterplan

Ekzemer vertragen viel Eiweiß schlechter als andere Pferde. Darauf muss beim täglichen Futterplan Rücksicht genommen werden. Sie brauchen außerdem viele Vitalstoffe und ausreichend Vitamin A für die Haut.

Pro 100 kg Gewicht braucht ein Pferd mit der Neigung zum Sommerekzem folgendes Futter:

  • Einen Salzleckstein zur freien Verfügung
  • ausreichend Wasser rund um die Uhr (ein Pferd braucht bis zu 50 l Wasser am Tag)
  • Im Sommer nur stundenweise Weidegang (wie lange, muss individuell ausprobiert werden)
  • Im Sommer gutes Heu zur freien Verfügung dazu
  • Im Winter Heu rund um die Uhr zur freien Verfügung
  • ca. 250 g extra Möhren für die Haut
  • 200 – 300 g von einem Spezialmüsli für Pferderassen, die zum Sommerekzem neigen, am besten auf mehrere Mahlzeiten täglich verteilt. Das Spezialmüsli sollte haferfrei und eiweißarm, reich an allen Vitalstoffen, guten kalt gepressten Futterölen oder Ölsamen, Kräutern für Ekzemer und mit Bierhefe ergänzt worden sein.
  • Ab und zu ein Leckerli oder ein Stück Obst und Gemüse darf zusätzlich als Belohnung gegeben werden

Achtung: Der Bedarf und die Verträglichkeit des Futters unterscheidet sich von Pferd zu Pferd. Nutzen Sie den Futterplan daher als Anregung und beobachten Sie, wie das Pferd das Futter annimmt und verträgt.

Fazit & Zusammenfassung

Beim Sommerekzem handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf Stiche bestimmter Stechmückenarten.

Auf Island gibt es kaum Stechmückenarten. Deshalb sind Importisländer aus der Heimat anfälliger als alle anderen Pferde, die sich im Laufe der Evolution an die Mückenplage im Sommer angepasst haben. Aber auch unter den anderen Pferderassen gibt es genetische Unterschiede.

Sommerekzem bei Pferden

Quelle: Jina Lee/ Wikipedia

Generell ist es aber möglich, mit genug Bewegung, einer umsichtigen Fütterung und einer an Ihren Ekzemer angepasste Haltungsform die Krankheitssymptome zu verbessern oder sogar ganz verschwinden zu lassen. Hilft das gar nicht, lindern Salben und Cremes sowie spezielle Ekzemerdecken die Beschwerden. Nur im äußersten Notfall kann der Tierarzt Cortison verabreichen, was aber wegen der starken Nebenwirkungen abzuwägen ist.

Empfohlenes Futter bei Sommerekzem

Ein Ekzempferd braucht viel Raufutter, viel Karotin, viel Zink, Kupfer und Mangan, reichlich Biotin, viele B-Vitamine (z. B. enthalten in Bierhefe), viele Omega-3-Fettsäuren, die in Leinsamen, Leinöl, Schwarzkümmelöl, Bockshornkleesamen und mehr reichlich enthalten sind. Wegen des erhöhten Vitamin-A-Bedarfs können zusätzliche Karotten täglich nicht schaden.

Futter das zu vermeiden ist

Zu viel frisches grünes Gras ist nicht gut bei der Neigung zum Sommerekzem, weil darin zu viel Eiweiß enthalten ist. Reichlich Heu ist die bessere Alternative. Auch auf Silage sollte man eher verzichten, da es einen hohen Eiweiß Anteil aufweist.

Auch wenn Hafer zu den für Pferde generell guten Getreidesorten gehört, enthält er mehr Eiweiß als Gerste oder Mais. Wenn Gerste und Mais hydrothermisch aufgeschlossen und deshalb gut verdaulich sind, sind diese Getreidearten bei Ekzemern vorzuziehen.

 

 


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Kommentare


Maria 24. Juni 2016 um 12:20

Ich würde gerne folgenden Artikel empfehlen zur Haltung bei Sommerekzem:
http://www.equino.de/die-richtige-haltung-bei-sommerekzem/

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