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Selen für Pferde

Selen gehört zu den Spurenelementen für Pferde, bei denen Sie mit der Fütterung sehr vorsichtig sein müssen. Ein ausgewogener Selenhaushalt ist wichtig, zu wenig Selen kann jedoch für Pferde genauso ungesund sein wie zu viel Selen.

Selen spielt beim Pferd, wie auch beim Menschen, eine wesentliche Rolle beim Schutz der Zellmembranen vor sogenannten „freien Radikalen“, die für eine Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich gemacht werden. Im Folgenden werden Wirkung von Selen, die täglich benötigte Menge und weitere Hintergrundinformationen vorgestellt.

Selen für Pferde kaufen

Selen ist in natürlicher Form in unterschiedlichen Futtermitteln enthalten. Dazu gehört beispielsweise das Getreide oder Nüsse generell, jedoch reicht das meist nicht aus. Im Mineralfutter Mix kann der fehlende Anteil an Selen zugefüttert werden.

  • Schützt Zellmembran
  • Perfekt für Pferde im Training und Wettbewerb
  • Einfache Dosierung und Handhabung

Deutschland: Selen-Mangelgebiet

Auch wenn die Meinungen in Bezug auf Selen auseinandergehen, ist es eine Tatsache, dass die Böden in ganz Deutschland zu wenig Selen enthalten. Logischerweise wirkt sich dieser Selenmangel im Boden auch auf die Pflanzen aus, die darauf wachsen.

Alle hierzulande geernteten Produkte zur Pferdefütterung enthalten naturgemäß deshalb sehr wenig Selen.

Es gibt zusätzlich ein Selen-Gefälle von Norden nach Süden. Umso weiter Sie in Deutschland in den Süden kommen, umso selenärmer sind die Böden. Da im Heu und Stroh, aber auch in Getreide, Möhren oder anderen Dingen, die Pferde als Zusatzfutter erhalten, deshalb wenig Selen enthalten ist, ist es sinnvoll, die Pferde hierzulande mit einem Zusatzfutter zu versorgen, das ein wenig Selen zur Ergänzung enthält.

Selenbedarf eines Pferdes

Bei der Zufütterung von Selen ist zu beachten, dass nicht nur das Ergänzungsfutter, sondern auch das Grundfutter, Selen enthält. Hier sind die Durchschnittswerte zugrunde zu legen.

Ein durchschnittlich schweres Großpferd mit einem Gewicht von ca. 600 kg hat einen Selenbedarf von ungefähr 0,9 bis 1,3 mg pro Tag.

Je nach Körpergewicht eines Pferdes sollte dieser Bedarf genau errechnet und entsprechend angepasst werden. Auch abhängig von anderen Nahrungsmitteln im Futter muss der Selenbedarf angepasst werden.

  • Fettreiches Futter und ein hoher Aminosäuregehalt erhöhen die Aufnahme von Selen
  • Schwermetalle und andere Giftstoffe senken die Aufnahme von Selen
  • Sesam, Paranüsse und andere Nüsse haben einen hohen Selen-Anteil
  • Pro Kilogramm aufgenommen Trockenfutter sollte der Anteil bei 0,1 – 0,2 mg liegen

Blutuntersuchung zur Bedarfsermittlung

Wenn nicht sicher ist, warum Ihr Pferd krank ist, empfiehlt es sich, durch eine Blutuntersuchung feststellen zu lassen, ob das Tier zu wenig oder zu viel Selen bekommen hat. Ein Selenmangel ist leicht auszugleichen.

Eine Selenvergiftung wiederum kann schwieriger zu behandeln und recht langwierig werden. Die Folgen können sich zuweilen wochen- oder sogar monatelang hinziehen. Deshalb ist es wichtig, genug, aber nicht zu viel Selen zuzufüttern und nicht gut gemeint zu Überdosierung zu neigen.

Mangel: Zu wenig Selen

Selen wirkt antioxidativ, und zwar als Bestandteil des Enzyms Glutathion-Peroxidase. Dieses Enzym ist für das Abfangen freier Radikale da und schützt die Zellwände vor Beschädigungen. Ohne diesen Zellschutz können freie Radikale sogar den Zellkern erreichen und beschädigen.

Entzündungen, Hufrehe, das Sommerekzem, Ataxie und Kreuzverschlag können die Folge sein. Besonders wirkungsvoll ist Selen, wenn zusätzlich dazu auch ausreichend Vitamin E im Pferdefutter enthalten ist. Selenmangel erhöht auch die Allergieneigung, führt zu schlechtem Hufwachstum, struppigem Fell und wirkt sich besonders bei Fohlen verheerend aus, führt in diesem Fall zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen und kann auch die Herzleistung beeinträchtigen.

Überversorung: Zu viel Selen

Sie müssen allerdings bei Selen beachten, dass auch zu viel davon gefährlich werden kann. Bekommt ein Pferd über einen längeren Zeitraum ständig zu viel Selen, kann es zu Vergiftungen kommen. Eine Überversorgung kann genauso wie der oben beschriebene Mangel bei einem Großpferd von ca. 600 kg Körpergewicht gefährlich werden.

Die Symptome einer Selenvergiftung können sich ähnlich auswirken wie die eines Selenmangels. Auch in diesem Fall sollte auf jeden Fall bei der Fütterung Ihres Pferdes das Körpergewicht berücksichtigt werden.

Fazit:

Selen ist wichtig. Wenn Ihr Pferd weder ein mit Selen angereichertes Müsli noch ein anderes Ergänzungsfuttermittel bekommt, wird es in Deutschland nicht genug Selen erhalten.

Selen für Pferde

Quelle: Quadell/ Wikipedia | Im Bild ist die Paranuss zu sehen, mit 1,9 mg Selen auf 100g hat sie einen sehr hohen Selenanteil.

Es ist gut, diesen Mangel auszugleichen, aber unter keinen Umständen zu übertreiben, weil es sehr schnell zu einer Selenvergiftung kommen kann, die sehr schwer zu behandeln ist. Es gibt Selen in einer natürlichen organischen Form, nämlich als Chelatverbindung. Diese Form von Selenergänzung ist synthetisch hergestelltem Selen auf jeden Fall vorzuziehen, weil sie gesünder für Ihr Pferd ist.

Durch regelmäßige Blutuntersuchung wird gewährleistet, dass ein optimaler Selen-Haushalt gewahrt bleibt. In der Zwischenzeit sollten Auffälligkeiten genau beobachtet und mit gängigen Folgeerscheinungen von Selenmangel oder-überversorgung verglichen werden.

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Kommentare


Renate 10. Januar 2015 um 1:51

Hei,

mit dem Thema kenne ich mich gut aus. Ich verfüttere seit Jahren oder länger ein Müsli, das unter anderem auch einen Selenzusatz enthält. Wie viel mein Pony davon bekommen sollte, habe ich einmal in sehr mühevoller Kleinarbeit ausgerechnet.

Irgendwann wechselten wir den Stall und nach Jahren, in denen sie vollkommen gesund war, hat unser Pony dann dort wieder Hufrehe bekommen, das gleich zweimal hintereinander, bis wir den Stall wechseln konnten. Das ist nun ein Jahr her und es geht ihr wieder gut.

Die Reheschübe mögen unter anderen von Schimmel im Heu, Sumpfschachtenhalm im Heu, der ja giftig ist, aber auch etwas herrühren, das wir gar nicht wussten, sondern erst bemerkten, als wir morgens und abends unserem Pony wegen der Hufrehe Heparin spritzen mussten.

Die damalige Stallbetreiberin verfütterte nämlich entgegen der Absprache mit uns zusätzlich zu dem Müsli, das ja wir selbst auch täglich unseren Pferden brachten, schaufelweise eine Sorte billige Pellets, die mit künstlichen Mineralstoffen und Spurenelementen angereichert waren. Unsere Holsteinerin war nur sehr nervös, aber nicht direkt krank geworden. Unser Pony aber brauchte mehrere Monate, bis die Schäden an ihren Hufen wieder weg waren. Wir sind deshalb überzeugt, das war eine Selenvergiftung.

Heute ist unser Pony wieder gesund, die merkwürdig schuppigen Kronränder sind verschwunden.

Sie bekommt wieder eine Menge an Selen dazu, die sie bei ihrer Größe braucht, die in ihrem Müsli enthalten ist, aber nicht mehr viel zu viel davon.

Ich werden diesen Text in meinem Pferdeblog verlinken, weil man auf dieses Thema gar nicht oft genug hinweisen kann.

LG
Renate

Antworten

Stjarna 22. September 2016 um 10:51

Hallo,
meine Islandstute hat den Selenwert im Blut zu hoch, wie kann ich den senken?
Hat jemand eine Idee?
Mariendistelsamen???

Antworten

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