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Pferdemüsli selbst mixen

Pferdemüsli selbst zu mixen macht nicht nur Spaß. Sie haben udem die volle Kontrolle über die Inhalte und es ist auch noch deutlich günstiger, als auf eine Fertigmischung zurück zu greifen.

Im Beitrag erhalten Sie Hilfestellungen bei den ersten Gehversuchen: Ein Beispielrezept zum Nachmixen, Tipps zur einzelnen Inhaltsstoffen und ein Video mit einer Backanleitung für Pferdeleckerlies.

Sie werden eine Weile an Zeit brauchen, um über die Schätzwerte beim Gras, Heu, Stroh, Nassfutter wie Möhren, Äpfeln und dergleichen plus Müsli zu ermitteln, wann Ihr Pferd am besten versorgt ist, aber wenn Sie das erst einmal raus haben, ist es eine lohnende Grundlage und Sie haben auch viel dabei über die Nahrungsbedürfnisse Ihres Pferdes gelernt.

Fertige Müsli Mischungen

Es gibt natürlich eine Reihe von fertigen Müslimischungen, die ebenfalls sehr bekömmlich für Pferde sind.

Ein Beispiel-Pferdemüsli

So könnte ein Mixfutter für ein älteres Pferd aussehen, das nicht mehr geritten wird, täglich eine Stunde auf eine Winterweide kommt, ansonstenüber Tag mit anderen älteren Pferden in einem Auslauf steht.

Die Ausgangssituation

  • Achtung: Dieses Beispiel gilt für ein Pony, 350kg, 22 Jahre alt, Hufrehe Vorerkrankung, leichte Bewegung. Mehr dazu finden Sie unterhalb der Mengenangaben.
  • Es bekommt 24 Stunden am Tag Zugang zu einwandfreiem Heu und schläft nachts in einer mit frischem Stroh eingestreuten Box .
  • In der Box hat es einen Himalayasalzleckstein.

Füttermenge

Das Pferde erhält 2 mal täglich etwa 500 gramm Müsli. Bei Müsli ist es generell am besten, die Portionen eher klein und besser mehrmals als einmal am Tag zu geben. Mehr als 3 kg Müsli auf einmal sollte selbst ein Großpferd nie bekommen, ein Pony auf jeden Fall weniger.

Der tägliche Mix (2 x 500 g)

  • 50 g Gerstenflocken
  • 50 g Maisflocken
  • 100 g Haferflocken
  • 150 g Grashäcksel
  • 50 g Luzernehäcksel
  • 5 g Bierhefe
  • 5 g Sonnenblumenkerne
  • 5 g Leinsamenpellets
  • 5 g getrocknete Brennesseln
  • 5 g Fenchel
  • 5 g Rosmarin
  • 5 g Brombeerblätter
  • 5 g Himbeerblätter
  • 5 g Kornblumenblüten
  • 5 g Ringelblumenblüten
  • 25 g Rote-Beete-Flocken
  • 25 g Apfeltrester
  • 25 g Hagebutten
  • 25 g Pastinakenflocken

Zusätzlich erhält das Pony pro Fütterung auf sein Futter einen Esslöffel kalt gepresstes Rapsöl, einen Apfel, 2 Möhren sowie 2 Leckerlis ganz unterschiedlicher Sorten.

Wenn dieses Pony sich bei dieser Art der Zufütterung gut entwickelt, sein Fell glänzt, es gesund und bewegungsfreudig und nicht krank wirkt, die Pferdeäpfel normal aussehen und seine Hufe auch gesund wirken, ist alles in Ordnung. Sollte das nicht so sein, ist die Zufütterung zu überdenken.

Pferdemüsli mixen

Quelle: Mikel Ortega /Wikipedia.org

Details zur Ausgangssituation:

Das Beispielpferd ist ein Pony mit einem Gewicht von ca. 350 kg, 22 Jahre alt. Es ist nicht leichtfutterig, sondern temperamentvoll und von Natur aus grazil, neigt nicht zu Übergewicht. Es handelt sich um ein Pony, das genau wie einige seiner Pferdefreunde in der Seniorengruppe bereits an Hufrehe erkrankt war, aber schon seit einigen Jahren wieder gesund ist. Die Anfälligkeit für Hufrehe bleibt immer bestehen.

Das Pferd wird nur gelegentlich, meistens an den Wochenenden, zusätzlich zur freien Bewegungsmöglichkeit im Auslauf, leicht bewegt. Dabei handelt es sich um Spaziergänge oder leichte Bodenarbeit in einem Round Pen oder Stangenarbeit auf einem Reitplatz.

Video: Pferdeleckerlies selber machen

Wenn Sie neben Pferdemüslich auch Leckerlis selbst herstellen möchten finden Sie hier ein tolles Video von einer jungen und begabten Pferdeliebhaberin.

Einige grundsätzliche Tipps

Fertigmüslimischungen sind oft haferfrei, zuweilen auch getreidefrei, enthalten Ölsamen oder Öle oder auch nicht, enthalten ganz unterschiedliche Kräuter, enthalten oft Bierhefe und Salz, oft auch Grabcobs oder Luzerne und Anteile an Rübenfasern.

  • Hafer ist für Pferde auch nicht geflockt am besten verdaulich. Weil das so ist, liefert Hafer einem Pferd schnell Energie.
  • Gerste und Mais liefern auch schnell Energie, wenn sie als Flocken verfüttert werden, und man sollte sie nicht ganz verfüttern.

Insofern eignen sich ganzer Hafer oder Quetschhafer, Gerstenflocken oder Maisflocken gleichermaßen als Grundmischung für ein selbst gemixtes Müsli. Pferde bekommen dadurch schnell Energie, weil diese Komponenten im Dünndarm gut verdaut werden können. Sie eignen sich deshalb für alle Pferde gut, denen ein bisschen Energie, weil sie viel geritten, gefahren oder sonstwie gearbeitet werden, nicht schaden kann.

  • Ölsamen oder Öle (Bspw. Schwarzkümmelöl) liefern vor allen Dingen die auch für Pferde lebenswichtigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Die sind zum Teil aber auch im ganzen Haferkorn und anderen Getreidearten enthalten. Ein Fachbuch gibt Auskunft über das beste Verhältnis für den eigenen Pferdetyp und die richtige Menge an Ölsamen oder Öl im Müsli.
  • Bierhefe ist dafür bekannt, vor allen Dingen alle wichtigen B-Vitamine zu liefern, die für die Verdauung der Pferde sehr wichtig ist.
  • Auch Salz braucht ein Pferd, für eine ausreichende Versorgung an Mineralien. Wenn kein Salzleckstein zur freien Verfügung steht, kann ein wenig Salz in seinem Müsli dem Pferd ebenfalls nicht schaden.
  • Als geschmackliche Komponenten können Melasse oder Apfeltrester dem Müsli beigegeben werden, wobei Melasse als Nebeneffekt auch durch den Zuckeranteil konservierend wirkt. Da Melasse ein Nebenprodukt von gereinigtem Industriezucker ist, enthält sie anders als Industriezucker viele besonders gesunde Mineralstoffe und Spurenelemente.
  • Gemüseflocken, Obstflocken und Kräuter können ein Müsli gut abrunden. Besonders bei Kräutern ist es gut, ab und zu einmal zu wechseln, damit es nicht zu einseitig wird. Kräuter enthalten sehr unterschiedliche Inhaltsstoffe, die von Typ zu Typ Pferden mit bestimmten Anfälligkeiten sehr gut tun können und generell in kleinen Mengen gesund sind. Übertreiben sollten Sie mit Kräutern aber nicht.

Fachbücher zur Fütterung

Wenn Sie selbst das Müsli für Ihr Pferd mixen möchten, müssen Sie in der Lage sein zu wissen, was Ihr Pferd braucht, um gesund ernährt zu werden. Um sich darüber zu informieren, ist es gut, sich ein gutes Fachbuch über Pferdefütterung oder vielleicht auch mehrere davon anzuschaffen und sich zunächst in das Thema einzulesen.

  • Ein Standard-Werk ist „Pferdefütterung“ von Meyer-Coenen , allerdings schon aus dem Jahr 2002, sehr gut fundiert, aber nicht mehr ganz aktuell und auf dem neuesten Stand der vielen Erkenntnisse, die in Bezug auf Pferdefütterung inzwischen dazu gekommen sind. -> Zum Buch auf Amazon
  • Es gibt eine Neuauflage von Manfred Coenen, Helmut Meyer und Ingrid Vervuert aus dem Jahr 2014 mit aktualisierten Erkenntnissen. -> Zum Buch auf Amazon

Beide Bücher wurden für Studenten der Tiermedizin mit dem Schwerpunkt Pferde geschrieben, sind deshalb nicht leicht zu lesen. Sie bieten aber eine Grundlage, anhand der Angaben genau zu bestimmen, welchem Typ das eigene Pferd zuzuordnen ist und bieten eine Berechnungsgrundlage für seinen Bedarf, die im Zusammenhang zu seiner sonstigen Fütterung gesehen, eine gute Voraussetzung für die Zusammenstellung eines optimalen Müslis ist.

Fazit

Es ist sehr arbeitsaufwendig, erfordert viel Wissen und eine gute Beobachtungsgabe und auch genug Zeit, um ein Pferd mit einem selbst gemixten Pferdemüsli optimal zu versorgen. Es kann sich aber lohnen, sich diese Mühe zu machen, denn individueller können Sie ein Pferd nicht versorgen.

Wenn man zu wenig Erfahrungswerte haben sollte, welche Inhalte für das Pferd verträglich sind, kann man auch auf Fertigmischungen zurückgreifen. Es handelt sich dabei immer um eine Zusammenstellung für einen bestimmten Pferdetyp. Die Hersteller erklären normalerweise genau, für welche Pferde bestimmte Müslimischungen am besten geeignet sind und haben für diese Pferdetypen genau ausgerechnet, wie viel von welchen Futterkomponenten in ihren Augen am besten in diesem Müsli enthalten sein sollte. Die Ausarbeitung erfolgt in diesem Fall fast immer von gut ausgebildeten Fachleuten.

Leser Kommentare


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Kommentare

Roland 13. März 2015 um 18:47

Ich habe zwei Pferde, eines davon ist mein Sorgenkind und leidet an Hufrehe. Klar, dass ich gerade bei ihr auf das Futter achte. Sie bekommt ein kalorienarmes Seniorenmüsli, etwas Hafer sowie ihre Möhren. Zusätzlich gebe ich noch etwas Öl zu dieser Mischung. Das bekommt der Kleinen so gut, dass sie seit ein paar Jahren beschwerdefrei ist. Mein anderes Pferd dagegen ist, was das Futter betrifft, nicht so empfindlich.

Nun hab ich seit ein paar Monaten einen neuen Einsteller und der Neue bekommt immer etwas von Finies Futter ab. Er soll ja nicht benachteiligt werden. Der Einsteller weiß das auch. Und was soll ich sagen, seit wir das so machen, sieht das Fell immer besser aus. Zu Anfang hatte der Neue struppiges und glanzloses Fell. Inzwischen fühlt es sich richtig toll an und sein Fell fängt an zu glänzen.

Bald sieht er vom Glanz her so aus wie mein Joe. Der bekommt auch den Rehemüslimix. Ich vermute, dass das von mir selbst gemixte Rehemüsli die Defizite an Mineralien und Vitaminen hervorragend ergänzt. Man sieht es besonders gut an dem Neuen, der ja nur eine kleine Menge bekommt.

Antworten

Anne 12. Juli 2016 um 13:47

Hallo,

meine Pferde bekommen nur slbstgemachte Sachen (Leckerechen, Müsli usw.). Ich weiß was für ein Mist in den Fertigsachen ist, deshalb verzichte ich auf Fertigmüsli und Co. meist sind zu viel Zucker, Konservierungsstoffe, Geschmacksstoffe und syntethische Mineralien und Vitamine zugesetzt, das belastet den Organismus des Pferdes und Krankheiten sind vorprogramiert. Deshalb mache ich meine Sachen selbst da weiß man was drinnen ist.

LG
Anne

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