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Pferdefutter für Senioren: Das gibt es zu beachten

Wenn Pferde altern, verändert sich auch ihr Stoffwechsel und der Futterplan ist anzupassen. Ab wann ein Pferd zu den Senioren zählt, ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich und hängt auch von der Pferdepflege und Haltung ab, der Beanspruchung sowie bisherigen Krankheiten.


Allgemein gilt

  • Grundsätzlich gelten Pferde als alt, wenn sie über 20 Jahre alt sind.
  • Erfahrungsgemäß unterscheiden sich allerdings die einzelnen Rassen in Bezug auf den Alterungsprozess.
  • Sehr gut kann man das Alter eines Pferdes an den Zähnen erkennen. Sollten keine Papiere mit dem genauen Geburtsdatum vorhanden sein, kann ein erfahrener Tierarzt das Alter eines Pferdes anhand der Zähne schätzen.

In diesem Beitrag stellen wir vor, was es zu beachten gibt und wie der Futterplan optimal auf Senioren ausgerichtet werden kann.

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Veränderungen im Stoffwechsel

Außer der Veränderung der Zähne verändert sich bei alten Pferden die Größe der Zellen und deren Fähigkeit zur Speicherung von Wasser und damit verbunden auch Nährstoffen. Die Motorik des Darms wird schlechter, die Enzymproduktion lässt nach, Herz und Niere arbeiten schlechter und oft fallen auch erste Probleme beim Bewegungsapparat auf.

Futter für Senioren

Quelle: Mitic/ Wikipedia

Manche Nährstoffe sollten bei alten Pferden erhöht werden.

  • Alte Pferde brauchen mehr und hochwertigeres Eiweiß als junge, z. B. ein Plus an jungem Grünfutter oder Soja- beziehungsweise Leinschrot.
  • Es ist möglich, durch einen Tierarzt den Plasmaproteingehalt prüfen zu lassen. So lässt sich feststellen, ob ein älteres Pferd genug Eiweiß mit dem Futter bekommt oder nicht.
  • So lange ältere Pferde noch Zähne haben, mit denen sie gut Gras fressen können, ist Weidegang sehr gut für sie. Sie können so im Sommer genug Vitamin A aus dem jungen Gras aufnehmen und erhalten auch genug Eiweiß.

Vitamine

  • Ältere Pferde brauchen etwa doppelt so viel Vitamin A und E wie junge und ebenso doppelt so viel Zink und Selen, außerdem haben sie im Alter einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen, was gut mit Bierhefe im Futter (ca. 50 g/100 kg Körpergewicht) ausgeglichen werden kann.
  • Wenn alte Pferde an einer Infektion leiden, sollten sie außerdem ca. 4 bis 5 g Vitamin C pro 100 kg Körpergewicht am Tag bekommen.

Viele Firmen bieten speziell für Senioren zusammengestellte Futtermischungen an, es ist wichtig, sich hier an die Fütterungsempfehlung zu halten, damit ältere Pferde genug Vitalstoffe bekommen. Der Alterungsprozess kann so verlangsamt werden.

Umstellung beim Raufutter

Solange die Zähne älterer Pferde noch in Ordnung sind, können Sie noch gut einwandfreies Heu kauen und verdauen. Auch Grassilage zu füttern ist möglich, die mit Heu im Wechsel angeboten werden kann.

  • Nicht geeignet ist bei älteren Pferden das Zufüttern von Stroh, da die Verdaulichkeit ohnehin gering ist. Sie dürfen natürlich am Stroh in ihrer Einstreu knabbern. Diese Einstreu sollte aber nie eine ordnungsgemäße Fütterung mit Heu oder Heulage ersetzen.
  • Wenn die Zähne älterer Pferde sehr schlecht werden, ist es möglich, spezielle Heuprodukte in Pelletform einzuweichen. Der Futterbrei sollte aber nicht zu flüssig sein, damit die Darmpassage nicht zu schnell vonstatten geht.

Häufige Leiden im Alter

Wenn Pferde älter werden, kann es sein, dass der Pferdedentist regelmäßig kommen muss, um die Zähne wieder in Form zu feilen, weil sich scharfe Kanten bilden. Ältere Pferde leiden auch eher als junge Pferde unter Arthrose und anderen Problemen mit dem Bewegungsapparat. Auch Hufrehe tritt bei älteren Pferden häufiger auf als bei sehr jungen Tieren.

Cushing Syndrom

Das gleiche gilt für das Cushing Syndrom, das sich bei alten Pferden mit oder auch ohne die typischen Veränderungen des Fells zeigen kann.

  • Bei Arthrose und der Neigung zu Hufrehe beziehungsweise dem Cushing Syndrom werden Spezialfuttermittel angeboten, die den Nährstoffbedarf entsprechend ergänzen.
  • Im Falle des Cushing Syndroms können auch Medikamente eingesetzt werden, die allerdings nicht immer wirksam sind. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Auch Naturheilmittel wie Mönchspfeffer können alternativ helfen.

Hufrehe

  • Neigt ein älteres Pferd zu Hufrehe, muss es auf den eigentlich gesunden reichlichen Weidegang im Sommer verzichten und je nach Weidezusammensetzung und Empfindlichkeit gegen zu viel Klee und Gras leider mit einem reduzierten Weidegang auskommen.
  • Umso wichtiger ist es dann, dem Tier ein gutes Spezialfutter zur Verfügung zu stellen, das ihm alle benötigten Vitalstoffe liefert, die es braucht.

Fütterung nach Saison

Im Folgenden finden Sie Tipps, welche Fütterung je nach Jahreszeit vorgenommen werden sollte.

  1. Frühling: Genauso wie alle anderen Pferde auch sollten ältere Pferde im Frühling vorsichtig von Heu auf frisches Gras durch langsames Anweiden umgestellt werden, vorausgesetzt sie haben noch Zähne, mit denen sie gut frisches Gras und Heu fressen können. Man beginnt mit kurzem Anweiden an der Hand und dann einer allmählichen Steigerung von einer Stunde über mehrere Stunden bis hin zum vollständigen Verbleiben auf der Sommerweide.
  2. Sommer: Wenn keine speziellen Krankheiten vorliegen, können ältere Pferde im Sommer unbeschwert den ungekürzten Weidegang genießen. Solange Pferde auf der Weide sind, brauchen sie nicht unbedingt Möhren dazu und auch kein Müsli, das besonders viel Vitamin A enthält, denn in frischem Gras ist genug davon enthalten. Möhren oder Müsli schaden aber nicht, wenn sie trotzdem weiter gefüttert werden.
  3. Herbst: Im Herbst kommt es auf die Weide an, ob bereits Heu dazu gefüttert werden muss. Ist die Weide reichlich, ist das nicht nötig. Anders als im Frühling ist eine Umgewöhnung auf das Winterheu nicht nötig, auch nicht bei älteren Pferden.
  4. Winter: Im Winter, wenn Pferde sich überwiegend von Heu oder Heulage ernähren, brauchen sie Vitamin A. Eine Portion Möhren oder ein vitaminiertes Müsli ersetzen dann das im Heu nicht mehr ausreichend vorhandene Vitamin A.

Ein Salzleckstein sollte das ganze Jahr über vorhanden sein und Pferde sollten auch im Sommer bei Weidegang weiterhin ihren Hafer, ihr gewohntes Müsli und andere Zusatzfuttermittel bekommen. Weder im Gras noch im Heu sind alle Vitalstoffe ethalten, die ein altes Pferd braucht. Lediglich der Vitamin-A-Gehalt schwankt zwischen Gras- und Heufütterung.

Beispiel Futterplan

Ein Beispiel für die Fütterung eines alten Pferdes ohne spezielle Krankheiten mit noch funktionsfähigen Zähnen im Winterhalbjahr:

Die Werte sind für 100 kg Pferd berechnet und müssen je nach Körpergewicht des Pferdes multipliziert werden.

  • Einwandfreies Heu ohne Schadstoffe den ganzen Tag über zur freien Verfügung
  • Ein Salzleckstein, zum Beispiel Himalayasalz, zur freien Verfügung
  • 700 g Quetschhafer (der ist wegen der Zähne im Alter besser als ganzer Hafer) auf 3 Mahlzeiten verteilt
  • 150 g frische Möhren von einwandfreier Qualität auf 3 Mahlzeiten verteilt
  • 50 ml Leinöl oder Rapsöl auf 2 Mahlzeiten verteilt
  • 1,5 kg eines altersgerechten Strukturmüslis mit hohem Raufaseranteil und wenig Getreide und einer darin enthaltenen möglichst
  • naturnahen altersgerechten Vitamin-Mineralstoffmischung
  • Das Pferd darf zusätzlich ab und zu zur Belohnung täglich 3 bis 4 Fertigleckerlis oder selbst gebackene Leckerlis, gelegentlich einen Apfel, eine Banane und ähnliche Dinge in kleinen Mengen bekommen.

Ob die Fütterung für das Pferd optimal ist, sieht man auch daran, dass das Fell glänzt, das Pferd nicht zu dick und auch nicht zu dünn ist, Mähne und Schweif gut aussehen und die Hufe stabil und gesund wirken. Man merkt das außerdem am Verhalten des Pferdes. Ein gut ernährtes Pferd ist weder übermäßig gierig noch ungewöhnlich matt oder überdreht, sondern zufrieden, entspannt und aufmerksam.

Zu beachten bei älteren Pferden

Ältere Pferde haben bei richtiger Fütterung genauso wenig Probleme mit der Verdauung, wie junge Pferde. Verdauungsprobleme liegen fast immer an falscher Fütterung und Schadstoffen im Futter. Das gilt für jedes Alter.

  • Wenn ältere Pferde ihr Plus an Eiweiß und den für sie wichtigen zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen bekommen, beispielsweise durch ein geeignetes Seniorenmüsli, werden sich Probleme mit den Muskeln, Knochen, Hufen und dem Fell lange in Grenzen halten.
  • Irgendwann allerdings im hohen Alter wird auch die beste Fütterung nicht mehr ausreichen. Jedes Lebewesen beginnt dann abzubauen. Viele Pferde werden aber weit über 30 oder sogar noch älter, bevor das passiert.

Fazit

Normalerweise beginnen Pferde wirklich zu altern, wenn sie älter als 20 geworden sind. Große Warmblutrassen und Kaltblutrassen altern normalerweise schneller als Ponys oder Islandpferde. Wenn Pferde im Laufe ihres Lebens zu wenig oder aber auch zu viel gefordert worden sind, können sie schneller altern. Auch mangelnde Pflege führt oft dazu, dass Pferde schneller altern als andere, genauso schwere Krankheiten.

Wer berücksichtigt, dass ältere Pferde einen erhöhten Vitalstoffbedarf beim Eiweiß und einigen Vitaminen und Mineralstoffen haben und sein Pferd entsprechend füttert, kann noch lange Freude an dem Tier haben und ihm seine Vitalität erhalten. Zur Pflege gehören auch die notwendigen Impfungen, Wurmkuren und eine regelmäßige Hufpflege durch einen gut ausgebildeten Schmied.


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