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Heu, Heulage oder Silage für Pferde

Während früher nur sehr selten Silage an Pferde verfüttert wurde, bekommen Pferde in größeren Ställen mit vielen Pferden heute recht häufig Heulage und gelegentlich auch Silage statt Heu.

Aber was ist Heulage und Silage und sollte man es füttern oder nicht? Wir stellen einige nützliche Hintergrundinformationen vor:

  • Inhalte und Unterschiede
  • Futtermenge & Häufigkeit
  • Herstellung des Futters

Im Beitrag finden Sie zudem einige Faustregeln, die helfen den Umgang mit Heu, Heu- und Silage besser einordnen zu können. Denn vielen ist der Unterschied zwischen den einzelne Produkte nicht bewusst und wissen nicht was gefüttert werden sollte und was nicht.

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Definition: Inhalte & Trocknungsgrad

Hier finden Sie eine schnelle Übersicht zu Inhalten und Unterschieden von Heu, Heulage und Silage.

Heu:

  • Besteht aus getrockneten Gräsern, Kräutern, und sonstigen Grünpflanzen
  • Trockensubstanzgehalt liegt bei über 80%

Heulage:

  • Heulage besteht aus Heu (siehe oben)
  • Siliermittel werden zur Konservierung beigegeben.
  • Trockensubstanzgehalt von 50% bis 60%

Silage

  • Inhalte von Silage sind Gräser, Getreide, Ackerbohnen, Klee usw.
  • Durch Milchsäuregärung wird Futtermittel konserviert
  • Trockensubstanzgehalt liegt zwischen 30% bis 45%.

Fütterung von Heu

Heu ist als Basisbestandteil der Ernährung Ihrer Pferde anzusehen und sollte im täglichen Futterplan integriert sein.

  • Als Faustregel gilt, dass pro 100kg Gewicht rund mindestens 1,5kg Heu am Tag gefüttert werden sollten
  • Achten Sie darauf das Futter auf Schimmelbildung zu kontrollieren.
  • Pferde mit Stauballergien sollten spezielles staubfreies Heu erhalten.

Wann Heu nicht gefüttert werden sollte

  • In der Zeit der Schwitzphase darf Heu noch nicht an Pferde verfüttert werden, denn das kann schlimme Verdauungsprobleme auslösen.
  • Der Wassergehalt im Heu muss auf jeden Fall nach der Schwitzphase unter 15 % liegen, sonst droht Schimmelbildung. Schimmel im Heu kann zu schweren Erkrankungen führen. Dazu gehören Dämpfigkeit, Fohlen-Abort, Durchfall, Koliken, Allergien und Hufrehe.

Fütterung von Heulage und Silage

Normalerweise wird Silage und Heulage in Großballen angeboten und verfüttert. Silagen und Heulagen verderben sehr schnell, vor allen Dingen im Sommer, aber selbst im Winter ist Vorsicht geboten.

  • Ein geöffneter Ballen sollte binnen maximal zwei Tagen verbraucht sein. Deshalb lautet die Empfehlung, Heulage und Silage nur in Ställen mit einem Bestand von mindestens 15 Pferden zu verfüttern.
  • Da beim Problem der Heustauballergie allerdings Silage und Heulage eine gute Alternative darstellen, werden im Handel neuerdings allerdings immer häufiger Mini-Ballen Heulage angeboten. Auch die sollten aber wie oben beschrieben, binnen zwei Tagen verbraucht werden.

Mögliche Gefahren bei Heulage- und Silage

Wenn Silage und Heulage an Pferde verfüttert wird, muss sie grundsätzlich nach dem Öffnen genau begutachtet werden.

  • Wenn der Siliervorgang aufgrund mangelhafter Verdichtung bei zu spät geerntetem oder schlecht verarbeitetem Schnittgut nicht vollständig stattfinden konnte, können sich Schimmel bilden, was auch gefährlich werden kann.
  • Bei mangelhafter Qualität können zum Beispiel Listerien oder Toxine in das Futter gelangen.

Futtermengen bei Heu, Heulage und Silage

  • Es gibt einen Unterschied zwischen Heu und silierten Graskonserven. Es kann 24 Stunden am Tag Zugang zu ausreichend Heu gewährt werden. Pferde fressen dann so viel davon, wie sie brauchen.
  • Bei Heulage und Silage ist das anders. In diesem Fall muss das Futter zugeteilt werden, weil zu viel schädlich werden kann. Je nach Belastung braucht ein Pferd etwa 1,5 bis 2 kg Heulage oder Grassilage pro 100 kg Körpergewicht.

Für den Stallbetreiber hat das Verfüttern von Heulage oder Silage den Vorteil, dass die Produktion aufgrund der kürzeren Trockenzeiten bei eigener Herstellung einfacher und sicherer ist. Die Pferdehalter betrachten das Thema jedoch aus der Sichtweise ihres Pferdes und was bekömmlicher und gesünder ist.

So wird Heu gemacht

Wenn Heu gemacht wird, kann der gewünschte Wassergehalt, bis das Heu trocken genug ist, um es in kleine Quaderballen oder große Rundballen zu pressen, mit Glück schon in zwei bis drei Tagen erreicht sein, mit Pech aber auch erst in ein bis zwei Wochen.

Der optimale Erntezeitpunkt liegt in der ersten Hälfte der Gräserblüte. Normalerweise kann in Deutschland zweimal im Jahr Heu gemacht werden. Wenn das Heu eingefahren ist, muss es eine Schwitzphase durchmachen, die beim ersten Schnitt im späteren Frühling sechs bis acht Wochen dauert, beim zweiten Schnitt im Frühherbst, weil die Vortrocknung dann oft schlechter klappt, auch noch etwas länger dauern kann.

Herstellung von Heulage und Silage

Auch Heulage ist genau genommen eine Form der Silage und wird genauso produziert. Der Unterschied besteht lediglich in der darin enthaltenen Trockensubstanz. Wenn diese Trockensubstanz zwischen 55 und 80 % liegt, spricht man von Heulage, liegt die Trockensubstanz niedriger als 55 %, ist es Silage.

In manchen Betrieben wird neben Gras- und Kleelisage auch Rübenblattsilage oder Mais-Silage an Pferde verfüttert. Daran müssen aber Pferde sehr vorsichtig gewöhnt werden. Silage und Heulage muss nicht schädlich sein, wenn sie von einem Fachbetrieb wirklich gut und umsichtig hergestellt wurde.

Heulage und Silage muss nicht so lange in der Sonne liegen wie Heu, sondern maximal einige Tage. Das bringt für den Landwirt Vorteile, weil die Gefahr des Dazwischenregnens nicht so groß ist und weniger Ernteverluste entstehen. Der optimale Schnittzeitpunkt ist für Pferde bei Heu und Silagen der gleiche, nämlich in der ersten Hälfte der Gräserblüte, nur bei Futterkonserven für Rinder liegt der Schnittzeitpunkt etwas früher, weil deren Verdauungssystem anders ist als das von Pferden.

Silagen und Heulagen werden nach dem Pressen anschließend in Folie verpackt und silieren dann unter Luftabschluss. Wenn das gut funktioniert, wird ein Teil der Kohlenhydrate dabei in Milchsäure umgewandelt, was die Heulage und Silageballen konserviert. Der Siliervorgang kann nicht optimal erfolgen, wenn das Schnittgut zu spät geschnitten wurde und deshalb zu grob ist. Es lässt sich dann nicht eng genug pressen und das stört den Siliervorgang.

Der optimale Erntezeitpunkt ist deshalb bei Silagen und Heulagen noch wichtiger als beim Heu. Wenn der Siliervorgang gut gelingt, ist ein Vorteil von Heulage und Silage, dass anders als beim Heu viel Carotin enthalten bleibt. Bei Heufütterung ist es meistens gut, im Winter Möhren oder ein mit Carotin angereichertes Müsli dazuzufüttern, bei Heulage und Silage ist das, wenn sie gut gemacht ist, nicht nötig.

Unser Fazit

Wer nur wenige Pferde hält und drunter keinen Stauballergiker, sollte besser Heu verfüttern, dabei aber auch auf gute Qualität achten.

Heu für Pferde

Quelle: allen watkin/ Wikipedia.org

Siliertes Raufutter ist in dem Fall ungeeignet, weil es zu schnell verdirbt. Ist ein Pferd mit einer Stauballergie darunter, kann es mit Mini-Ballen Heulage versorgt werden, die in diesem speziellen Fall bekömmlicher ist.

  • In großen Ställen wird oft Silage oder Heulage verfüttert. Für gesunde Pferde muss das nicht gefährlich sein, solange diese Futterkonserven fachmännisch hergestellt wurden und beim Verfüttern auch von einem Fachmann vorher grundsätzlich auf die Qualität hin begutachtet werden.
  • Heulage darf nicht länger als zwei Tage geöffnet und unverfüttert stehen bleiben.
  • Schimmelbildung kann in allen drei Futterkonserven ein Problem darstellen.

Leser Kommentare


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Kommentare

Gabi Weber 15. März 2015 um 12:17

Heulage wird ja von vielen Leuten gern als gefährlich verteufelt. Es kommt aber auf das Pferd an, ob Heulage schlecht oder gut sein kann. Das kann ich aus eigener Beobachtungen bestätigen. Unser Pferd folgende Probleme, die es für uns nicht leicht gemacht haben, für ihn die richtigen Haltungs- und Fütterungsbedingungen zu finden. Er neigt einmal zu Hufrehe, aber außerdem auch noch zum Staubhusten.

Im Stall vor dem, wo wir jetzt sind, war dieses Problem für meinen Mann und mich einfach nicht in den Griff zu kriegen, denn dort lebten die Pferde im Offenstall. Flippo war zwar in der Rehegruppe untergebracht und damit die Hufrehe-Gefahr gebannt, aber das mit dem Staubhusten wurde immer schlimmer. Wir haben extra einen Inhalator angeschafft, was aber auch nicht half.

Selbst die Heulagefütterung auch der Rehegruppe half nicht, denn dort wurde der Offenstall mit Stroh ausgestreut, und auch Stroh staubt. Außerdem war gegenüber die andere Offenstallgruppe, die nach wie vor außer dem Stroh auch normales Heu bekommen hat.

Es half alles nichts. Wir mussten mit dem Tier in einen anderen Stall umziehen. Nach einer Weile fanden wir eine Gruppe Pferde, wo alle ähnliche Probleme haben. Dort wird der Offenstall grundsätzlich mit Sägespänen ausgestreut und Heulage gefüttert. Das half. Es geht ihm heute gut und wir haben keine Probleme mehr mit seinem Staubhusten.

Viele Grüße
Gabi

Antworten

Ramona 19. März 2015 um 16:35

Ich habe mit unserem Knabstrupper genau das Gegenteil erlebt. Der verträgt Silage und selbst die ja recht trockene Heulage, auch wenn sie schon fast wie Heu ist, überhaupt nicht.

Unser Knabstrupper-Wallach gehört genauso wie unsere beiden Stuten zählt fast 20 Jahren zu unserer Familie. Früher hatten wir die drei in einem Offenstall hinter dem Haus stehen und haben Heu immer in Kleinballen gekauft. Es gab auch nie Probleme.

Dann mussten wir aber umziehen und konnten unsere drei in einem Pensionsstall unterbringen. Soweit, so gut. Und da fingen die Probleme dann an. Anfänglich wurde in dem Pensionsstall auch Heu gefüttert, das wir uns immer selbst vom Boden holen konnten. Dann hatte der Bauer aber die Idee, Heulage selbst zu machen, und da ging das Theater dann los, nämlich Kotwasser.

Kotwasser ist echt eklig und gesund wird sowas für ein Pferd sicher auch nicht sein. Wir konnten uns aber zuerst keinen Reim drauf machen, weil alles in Ordnung war. Der Tierarzt hat nur viel Geld gekostet, aber eine Erklärung für das Kotwasser hatte der auch nicht.

Wir fanden es schließlich selbst raus, denn wir haben einfach etwas normales Heu woanders gekauft. Weg war das Kotwasser. Nochmal probiert und ihm die Heulage gegeben. Prompt war das Kotwasser wieder da.

Mit dem Bauern war nicht zu reden, beides zur Verfügung zu stellen, also half nur eins, nämlich ein Stallwechsel zu einem Bauern, wo im Pensionspreis auch anständiges Heu drin enthalten war, wenn ein Pferd das gebraucht hat, um gesund zu bleiben. Da sind wir auch heute noch.

Ich gehe davon aus, dass nicht alle Pferde gleich empfindlich auf Heulage reagieren. Man muss halt immer sehr genau drauf achten, was das eigene Pferd braucht und zur Not die Konsequenzen ziehen, wenn es in einem Stall so aber nicht machbar ist.

Antworten

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