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Fellwechsel beim Pferd

Auch wenn Pferde ihr Fell im Prinzip das ganze Jahr über wechselnden Temperaturen ein wenig anpassen können und das wenn nötig auch tun, gibt es in unseren Breitengraden in Deutschland zwei typische Fellwechselphasen von einigen Wochen.


Relevant sind dabei die folgenden beiden Termine im Jahr:

  • März bis April
  • Ende September bis Anfang November

Beim Fellwechsel haaren die Pferde stark und haben einen erhöhten Bedarf an Energie und Vitalstoffen.

Auch wenn es uns so erscheint, als ob Pferde zum Sommer hin nur Fell verlieren, ist das nicht wirklich der Fall, denn das Fell verändert sich auch und passt sich von der Struktur her eben an die Jahreszeit an. Das Unterfell verändert sich dabei genauso wie das Oberfell.

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Stärke des Fellwechsels

Wie auffällig das ist, hängt in erster Linie von der Rasse und der Haltung der Pferde ab.

  • Südrassen entwickeln im Winter weniger lange Grannenhaare im Oberfell als Nordrassen, aber auch sie bekommen ein warmes und dichtes Winterfell, wenn sie viel draußen sind und nicht eingedeckt werden.
  • Nicht nur in milden Wintern bekommen Pferde weniger Winterfell als in kalten Wintern, sondern auch dann, wenn die Haltungsbedingungen so beschaffen sind, dass sie der Kälte weniger ausgesetzt sind. Nicht eingedeckte Pferde, die im Offenstall leben, werden generell immer mehr Winterfell bekommen als Pferde, die in sehr warmen Boxen gehalten werden.
  • Wenn in einem Stall die Boxen hermetisch verschlossen werden und die Pferde sehr viel Zeit in den Boxen verbringen, wird das Winterfell relativ dünn bleiben. Auch Pferde, die sehr früh und viel eingedeckt werden, bekommen nur sehr wenig Winterfell.

Fell bei spontanen Witterungseinflüssen

Es kommt vor, dass es mitten im Winter plötzlich vorübergehend ungewöhnlich warm wird und dann plötzlich wieder doch noch einmal richtig kalt. In solchen Phasen können die Tiere mit Mash aufgepeppelt werden. Sie können auch im Winter Fell verlieren und bei Bedarf wieder neues nachschieben, wenn es gebraucht wird. Das kann auch im Sommer passieren, sollte es vorübergehend relativ kühl sein. Pferde legen dann vorübergehend etwas Fell nach und werfen es wieder ab, wenn es doch wieder richtig heiß wird.

Besonders in Norddeutschland gibt es Phasen, in denen es kaum Unterschiede zwischen Winter und Sommer gibt. Es kann dann vorkommen, dass 10 Grad plus und Dauerregen in beiden Jahreszeiten das Bild prägen. Und natürlich reagieren Pferde, die in diesen Regionen leben, darauf mit einem entsprechenden Fell.

Deckenpferde

Viele Menschen haben Angst, dass ihre Pferde sich erkälten und frieren könnten, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass Wildpferde aufgrund ihres Sicherheits- und Fluchtbedürfnisses sogar zugige Hügel zum Übernachten aufsuchen, weil das Pferd, das Wache hält, dort am besten den Überblick behält. Pferde schlafen nicht in Höhlen und brauchen deshalb genau genommen auch keine Regendecke und dergleichen.

Umso mehr und früher Pferde eingedeckt werden, umso weniger bilden sie ein schönes Winterfell aus. Wer also möchte, dass sein Pferd im Winter nicht friert, sollte es nicht schon im September anfangen einzudecken, sondern ihm die Möglichkeit geben, sein Fell an die kalte Jahreszeit anzupassen. Wer das allerdings tut, sollte sich darüber bewusst sein, dass es einem Pferd mit Winterfell nicht gut tut, es in dieser Jahreszeit schweißnass zu reiten. Wem das wichtig ist, der sollte es dann doch lieber eindecken.

Schlechter Fellwechsel bei Krankheit und im Alter

Im Allgemeinen erkennt man Probleme beim Fellwechsel eher an zu viel Fell im Sommer als an zu wenig im Winter. Auch die Beschaffenheit des Fells wird dann schlecht und es kann sich voll Wasser saugen und seine Schutzfunktion nicht mehr wahrnehmen. Solche Pferde brauchen dann übrigens wirklich bei Regen eine schützende Decke.

Besonders Pferde, die am Cushing Syndrom leiden, verlieren ihr Winterfell zuweilen den ganzen Sommer über nicht mehr. Diese Pferde sind nicht immer uralt, denn manche Pferde bekommen diese Krankheit auch schon in jüngeren Jahren. Wenn Pferde sehr alt werden, wird man das auch irgendwann am Fell erkennen. Auch dann verzögert sich der Fellwechsel, und zwar in erster Linie der vom Winter- zum Sommerfell, der sich bis in den Hochsommer hinziehen kann.

Ernährungsmängel und Fellprobleme

Generell kann es nicht schaden, jedem Pferd in der Zeit des starken Fellwechsels, wenn die Haare sich büschelweise ausbürsten lassen, mit einigen extra Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie ein wenig gutem kaltgepressten Öl über dem Futter ein paar Extras zukommen zu lassen.

Ein Mangel an Vitamin A zum Beispiel zeigt sich an sehr struppigem Sommerfell sehr deutlich und trifft oft Pferde, die aus Krankheitsgründen keinen oder nur wenig Weidegang bekommen dürfen. Auch die Anfälligkeit für das so gefürchtete Sommerekzem nimmt oft ab, wenn Pferde eine Supplementierung mit ausreichend Vitalstoffen erhalten.

Fellwechsel bei Pferden

Quelle: Dennis /Wikipedia.org

Fazit

Wenn Sie Ihr Pferd das ganze Jahr über gesund ernähren, braucht es nicht unbedingt eine Extra-Supplementierung zum Fellwechsel, aber es wird Ihrem Pferd dennoch nicht schaden, wenn Sie ihm gerade dann etwas extra für Pferde geeignetes Öl (Leinöl), Ölsamen sowie eine ausreichende Versorgung an Zink durch eine Breitband-Vitamin-Mineralstoff-Spurenelement-Mischung gönnen.

Wirkt sein Fell glanzlos und struppig oder braucht im Sommer ungewöhnlich lange, um vom Winter- zum Sommerfell zu werden, empfiehlt es sich, einmal durch eine Blutuntersuchung feststellen zu lassen, wovon ihm am meisten fehlt. Eine manuelle Maßnahme, um so einem Pferd auch zu helfen, ist das Scheren im Sommer.


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